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Hände beim Einlagern liegender Flaschen im Keller des Domaine des Cinq Autels

Vom Obstgarten bis ins Glas

Die Geste
und die Zeit

Ein großer Cidre entsteht im Obstgarten und formt sich mit jeder Geste bis zur Abfüllung. Vom Baum bis zum ersten Schluck: das ist unsere Arbeit.

Der Obstgarten

Alles beginnt im Obstgarten. Dreizehn Hektar, bepflanzt mit fünfzehn alten Sorten von Cidre-Äpfeln: Veret de Carrouges, Judor, Locard vert, Rouge Duret, Douce Coëtligné, Tête de Brebis, Douce Moën, Marie Ménard, Kermerrien, Petit Jaune, unter anderen. Säuerlich, bitter, süß, bittersüß: erst ihr Zusammenspiel gibt den Cuvées ihre Balance.

Seit 1984 wird der Obstgarten agrarökologisch bewirtschaftet: dauerhafte Begrünung zwischen den Reihen, Hecken und Windschutzstreifen, die Rückkehr nützlicher Tierarten. 2020 wurden diese dreizehn Hektar neu bepflanzt, mit mehr als neuntausend Bäumen alter Sorten. Nicolas, Agrarökologie-Ingenieur, kümmert sich heute darum.

Kein synthetisches Pestizid, kein chemischer Dünger, kein Herbizid. Bio seit 1967, ohne Unterbrechung. Ein lebendiger Obstgarten, der Äpfel mit Charakter hervorbringt, jedes Jahr anders.

Zwei Reihen mit Äpfeln beladener Apfelbäume, dauerhafte Begrünung zwischen den Reihen, im Obstgarten des Domaine des Cinq Autels
Apfelblüte im Frühling, weiße und rosafarbene Blütenblätter, Obstgarten des Domaine des Cinq Autels
Roter Cidre-Apfel in der Hand vor dem Obstgarten des Domaine des Cinq Autels
Traube von Cidre-Äpfeln vor blauem Himmel, Obstgarten des Domaine des Cinq Autels
Kiste roter Cidre-Äpfel von oben, Ernte im Domaine des Cinq Autels

Ernte
und Pressung

Auf der Domaine werden die Äpfel nicht gepflückt: Sie werden aufgelesen. Die Früchte fallen bei voller Reife zu Boden, dort werden sie geerntet. Da die Sorten nicht alle gleichzeitig reifen, sind mehrere Lesedurchgänge nötig.

Nach dem Auflesen werden die Äpfel von Hand sortiert. Nur die schönsten Früchte werden behalten, gesund und in guter Reife. Diese Auswahl ist entscheidend für die Qualität des Cidre.

Die ausgewählten Äpfel werden gemahlen und anschließend einige Stunden mazeriert. Diese leichte Maischestandzeit setzt Aromen und Gerbstoffe der Frucht frei und bereitet die natürlichen Verbindungen für die Gärung vor.

Es folgt die Pressung auf einer Bandpresse: Der Trester läuft zwischen zwei Tüchern hindurch, unter sanftem, allmählich steigendem Druck. Der Saft fließt heraus, ohne die Kerne zu zerdrücken, was seine Feinheit bewahrt.

Der daraus entstehende Most kommt roh aus der Presse in den Keller: ohne Zusatz von Sulfiten, Hefen oder Wasser, anders als bei vielen Industrie-Cidres. Er behält seine mikrobielle Population intakt, bereit zur natürlichen Gärung.

Cidre-Äpfel werden in die Mühle des Domaine des Cinq Autels gegeben
Apfelsaft fließt aus der Bandpresse im Domaine des Cinq Autels
Hand auf dem Apfeltrester an der Presse des Domaine des Cinq Autels

Natürliche Klärung

Vor der Gärung klärt sich der Saft von selbst. Die Pektine des Apfels gerinnen und steigen an die Oberfläche, wo sie eine dicke, braune Kruste bilden: den chapeau brun, den „braunen Hut" des traditionellen Klärverfahrens. Die schwersten Trubstoffe sinken zu Boden. Dazwischen wird der Most klar. Er wird sorgfältig abgezogen, fern von Hut und Hefe. Diese langsame Klärung entzieht dem Saft Nährstoffe und bremst die Gärung. Genau diese lange Zeit bewahrt die natürlichen Zucker der Frucht und die Feinheit der Aromen.

Der Keller und die Gärung

Die Gärung erfolgt allein mit den Hefen, die auf den Äpfeln und im Keller vorhanden sind. Keine ausgewählte Hefe. Unser Keller beherbergt seine eigene, seit Jahrzehnten angesiedelte Hefepopulation. Sie prägt die Handschrift unserer Cidres. Mit denselben Äpfeln würden zwei benachbarte Keller zwei unterschiedliche Cidres ergeben: der Keller ist Teil des Produkts.

Unsere Kellermeisterei, önologisch ausgebildet, wacht über diesen Schritt. Temperaturüberwachung, Dichtekontrollen, regelmäßige Verkostungen: die Geste, die zeigt, was die Frucht gegeben hat.

Reagenzglas mit bernsteinfarbenem Cidre, untersucht im Kellerraum des Domaine des Cinq Autels
Drahtverschlossener Korken einer Cidre-Flasche, gesehen zwischen Holzlatten, Kellerreifung im Domaine des Cinq Autels

Die Reifung

Die Gärung setzt sich mehrere Monate im Tank fort. Sobald der Cidre das gewünschte Profil erreicht, wird er abgefüllt. Die Perlage entsteht dort, in der Flasche, aus dem Restzucker, nach der traditionellen Methode.

Die Reifung auf der Hefe reicht von sechs Monaten bei den Bruts bis zu achtzehn Monaten bei der Cuvée Abel, mit Degorgieren „à la volée". Sie gibt die Cremigkeit am Gaumen, die Brioche-Noten, die Länge. In der Flasche entwickelt sich der Cidre weiter: die lagerfähigen Cuvées gewinnen über mehrere Jahre an Reife.

Eichenfässer im Keller des Domaine des Cinq Autels
Fassverkostung im Kellerraum des Domaine des Cinq Autels

Der Film

Das Handwerk in Bildern

Videovorschau: Vom Apfel zum Cidre: unser Handwerk

Diese Arbeit finden Sie in jeder Flasche wieder.

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